{"id":217,"date":"2014-06-16T01:22:14","date_gmt":"2014-06-15T23:22:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.einmetjennahmenspreetzen.de\/wordpress\/?page_id=217"},"modified":"2014-07-09T03:23:19","modified_gmt":"2014-07-09T01:23:19","slug":"teke-busch","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.einmetjennahmenspreetzen.de\/wordpress\/teke-busch\/","title":{"rendered":"Teke Busch"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">Teke \u2013 eigentlich Dorothea \u2013 Busch (lt. Protokoll auch Westphalen genannt) ist \u00fcber einige Ecken mit <a href=\"http:\/\/www.einmetjennahmenspreetzen.de\/wordpress\/anje-preetzen\/\">Anje Preetzen<\/a> verwandt. Diese verwinkelte Linie f\u00fchrt von Anje zu deren Stiefmutter <a href=\"http:\/\/www.einmetjennahmenspreetzen.de\/wordpress\/trinke-preetzen\/\">Trinke Preetzen<\/a>, von dort zu deren Vater <a href=\"http:\/\/www.einmetjennahmenspreetzen.de\/wordpress\/hinrich-busch\/\">Hinrich Busch<\/a>, weiter zu dessen Bruder, Gatte der benannten Teke. Verk\u00fcrzt gesagt: Anje hat eine Stiefmutter, deren (Schwieger-) Tante eine Hexe war \u2013 besser: wegen Hexerei hingerichtet wurde. Das war 1668. Als der Fall Teke Busch die Kieler besch\u00e4ftigt, ist Anje f\u00fcnf Jahre alt. Ob sie zu dieser Zeit bereits ihre Stiefmutter und deren Verwandtschaft kennt, sagen die Quellen nicht. Der Fall Teke Busch: Sie bekennt sich 1668 schuldig eines Anschlag gegen die in Kiel wohnhafte adlige Frau Rantzow von Ahrensburg. Teke habe (auf Anstiftung der Magd Trineke Hasen) \u201egewisse Sachen\u201c (n\u00e4mlich: Pulver) in ein wei\u00dfes Tuch gewickelt und vergraben, und zwar unter dem Treppenvorsprung des Adelshauses, worauf sich Frau Rantzow die Beine gebrochen haben soll.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Prozesses gegen Teke Busch spielt jemand eine fragw\u00fcrdige Rolle, der auch 1676 in Amt und W\u00fcrden ist: der Geistliche <a href=\"http:\/\/www.einmetjennahmenspreetzen.de\/wordpress\/archidiacon-mag-matthias-burchard\/\">Matthias Burchard<\/a>: 1668 ist Burchard noch Diakon und wird als Beichtvater der Inhaftierten eingesetzt. Dabei verst\u00f6\u00dft Burchard gegen das Beichtgeheimnis, indem er Tekes Beichten dem Rat er\u00f6ffnet. Das Rechtsgutachten <a href=\"http:\/\/www.einmetjennahmenspreetzen.de\/wordpress\/christian-albr\u2026s-universitaet\/\">Kieler Universit\u00e4t<\/a> mahnt, solche Aussagen seien als Beweismaterial nicht rechtens. Der Rat besinnt sich daraufhin auf eine juristische Finte, um die erschlichenen Bekenntnisse doch noch zu verwerten. Teke Busch wird verbrannt, die Magd Trineke Hasen lediglich der Stadt verwiesen, allerdings vom Kieler Mob vor dem D\u00e4nischen Tor zu Tode gesteinigt.<\/p>\n<p>Laut Urteil \u201egesteht\u201c Teke Busch, in ihrer Jugend die Hexerei gelernt und einen satanischen Buhlen gehabt zu haben, der sich Hans Hintze nannte. Sie habe Gott abgeschworen, einen Teufelsbund geschlossen, ein Teufelszeichen und eine Rute bekommen, und sie habe mir dieser Rute Personen gesch\u00e4digt. Sie gesteht au\u00dferdem weit zur\u00fcckliegende Kindermorde.<\/p>\n<h3>Urteil gegen Teke Busch (Obergerichtsprotokoll) am 13.3.1668<\/h3>\n<div style=\"float: left; margin-right: 30px; text-align: center;\">\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.einmetjennahmenspreetzen.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/04_hist_17_p-359-Dorothea-Busch-Urteil.jpg\" width=\"500\" height=\"683\"><br \/>\n<em>Obergerichtsprotokoll der Stadt Kiel Nr. 6, 1666-1673 p. 359, not. chart. coaev.<br \/>\n\u00a9 Stadtarchiv Kiel.<\/em>\n<\/div>\n<p>Sententia.<br \/>\nIst publicirt den 13. Mart hora 12. meridiana in der Wage bey gehegten peinlichen Halsgericht.<br \/>\nIn peinlichen Inquisitionsachen hiesigen Gerichts, ex officio Inquirierten an einen, entgegen undt wieder Dorotheen Buschen, sonsten Westphalen genandt, Inquisitin andern theil\u00df, in puncto bez\u00fcchtigter undt zugestandener Zeuberey.\u00a0Erkennen B\u00fcrgermeistere undt Rath der Stadt Kiehl auff vorgehende vielj\u00e4hrige Ber\u00fcchtigung, daruff beschehene Denunciation undt ferners angestalten f\u00f6rmlichen Inquisition hiemit vor Recht: Demnach gedachte inquisitin Dorothea Buschen nicht allein bey veranla\u00dfeter summarischen Erk\u00fcndigung, sondern auch nachgehendes vorgenommenen, absonderlichen, rechtlichen Examination undt vorgehaltene Fragst\u00fccke freywillig zugestanden, da\u00df sie bereits in ihren jungen Jahren, da sie kaum die Garben binden k\u00f6nnen, von einer Nahmens Beeken Staaken zu Oddendorp die Hexerey erlernet, darauff ihr ein Buhle, Hans Hintze genandt, versprochen, der ihr auch auff dem Stamperfelde in ledern Kleidern erschienen, woselbsten sowol auch nachgehendes sie zu dreyen unterschiedlichen Mahlen Gott und die heylige Dreyfaltigkeit verleugnet, dieselbe verla\u00dfen und hergegen mit dem Satan einen Bundt gemacht, von ihm ein Zeichen undt Ruthe zu Beleidigung der Menschen empfangen und damit unterschiedliche Personen beschediget, auch durch Pulver undt sonsten in ihren jungen Jahren einige Kinder dahin gerichtet, dan ferner in noch kurtzer Zeit vor deren gefenglichen Bestrickung Jochim undt Marinen Fresen f\u00fcnffj\u00e4hrigen Sohn, damit sie denselben zur Zeuberey so viel leichter bringen m\u00f6chte, vom Gebeth des christlichen Glaubens undt heyligen Vatterunsers embsich abgemahnet, welches alles undt mehres sie nach beschehene Confrontation und Territion ohne jenige Pein nochmahl\u00df bestanden, und als sie folgendes aber einsten darnach befraget, im wenigsten nicht revociret, besondern da\u00df sie daruff leben undt sterben wolte, beharlich au\u00dfgesaget, da\u00df danenhero solcher begangenen undt zugestandenen gr\u00f6b- und \u00e4rgerlichen Unthaten undt Ver\u00fcbung nach gegenwertige Ubeltheterin Buschin Inhalt G\u00f6tt- und weldtlichen Rechtens, absonderlich der peinlichen Hal\u00dfgerichtsordnungh, ihr selbst zur wolverdienten Straffe undt anderen zum Abschew mit den Feuer vom Leben zum Tode gebracht werden soll, gestalt sie dazu hiemit verurtheilet undt de\u00dfen geh\u00f6rige Executio dem Nachrichter anbefohlen wirdt.<br \/>\nV. R. u. G. W.\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teke \u2013 eigentlich Dorothea \u2013 Busch (lt. Protokoll auch Westphalen genannt) ist \u00fcber einige Ecken mit Anje Preetzen verwandt. Diese verwinkelte Linie f\u00fchrt von Anje zu deren Stiefmutter Trinke Preetzen, von dort zu deren Vater Hinrich Busch, weiter zu dessen Bruder, Gatte der benannten Teke. Verk\u00fcrzt gesagt: Anje hat eine Stiefmutter, deren (Schwieger-) Tante eine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"page-templates\/front-page.php","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.einmetjennahmenspreetzen.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/217"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.einmetjennahmenspreetzen.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.einmetjennahmenspreetzen.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.einmetjennahmenspreetzen.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.einmetjennahmenspreetzen.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=217"}],"version-history":[{"count":19,"href":"http:\/\/www.einmetjennahmenspreetzen.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/217\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":933,"href":"http:\/\/www.einmetjennahmenspreetzen.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/217\/revisions\/933"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.einmetjennahmenspreetzen.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=217"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}